Besonderes Kindertheater: »Das fliegende Schiff«

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Von Kristina Wiechert
REUTLINGEN. Vorhang auf heißt es am morgigen Samstag im LAG-Theaterpädagogik-Zentrum für 48 Kinder, die in den Pfingstferien unter professioneller Anleitung ihr eigenes Theaterstück erarbeitet haben. Die Vorlage für »Das fliegende Schiff« stammt vom russischen Märchensammler und -forscher Aleksander Afanasjew.

 Probe in der Heppstraße: Am morgigen Samstag wird’s dann gleich zweimal ernst. FOTO: Kristina Wiechert

 Mit dem Theaterprojekt, einer Kooperation des Integrations- und Bildungszentrums »Dialog« und der LAG-Theaterpädagogik unter der Leitung von Galina Lerner und Monika Hunze, soll auf spielerische Weise die Sprache von acht- bis zwölfjährigen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund gefördert werden. »Theater ist ein super Schlüssel für Sprache, so lernen Kinder die Hochsprache.«, sagte Theaterpädagoge Volker Schubert.

Kinder erfahren Wertschätzung
Betreut wurden die Kinder von den Theaterpädagogen Beate Duwenhorst und Sabine Lauchert (beide von der LAG-Theaterpädagogik Baden-Württemberg) und Volker Schubert vom Landestheater Tübingen, sowie von 13 Pädagoginnen des Vereins Dialog und einem sechsköpfigen Praktikanten-Team.
»Hier bekommen die Kinder viel Wertschätzung«, so »Dialog«-Geschäftsführerin Galina Lerner. »Einige der Kinder haben hier zum ersten Mal einen Schutzraum, in dem sie gefragt werden: Was denkst du?« Im Alltag der Kinder komme das oft zu kurz.

»Acht bis zwölf Jahre ist ein gutes Alter«, erklärte Schubert, »in diesem Alter kann man die Kinder mit Theater und mit Gefühlen noch gut erreichen.«

»Wir haben die Geschichte vom fliegenden Schiff gekriegt, wie sie war. Aber dann haben wir überlegt, zum Beispiel was die Gefährten auf dem Schiff so machen«, erklärte Katja, wie sie und die anderen Kinder zu ihrem eigenen Plot gekommen sind. »Wir haben die Ideen in das goldene Buch geschrieben«, ergänzte Christina und wies auf die große glänzende Kladde.

Über acht Sprachen brachten die Kinder ins Spiel, ebenso viele Anregungen aus ihrem kulturellen Umfeld oder auch Ideen aus dem hiesigen Alltagsleben. »Es gibt einen Döner-Stand mitten im Wald, da verkauft der Wolf die Döner,« verriet Philip.

Ganz locker berichteten die jungen Schauspieler beim Probenbesuch, wie ihre Rollen sind und was sie besonders fasziniert hat. »Ich bin die Erzählerin«, erklärte Polina, denn die Abenteuer des Iwanuschka, der mit dem fliegenden Schiff samt besonderen Gefährten loszieht, um die Zarentochter zu bekommen, sind in die Rahmenhandlung eines Erzählwettbewerbs eingebettet.

Antonia liebte ihren Part als Zarentochter und Walentin gestaltete seine Rolle als Kriegsminister selbst ganz kreativ. Besonders berührend war Oguzhans Begründung, bei einer Probe seinen Part ein weiteres Mal lesen zu dürfen: »Ich finde den Text so wertvoll«, sagte der Junge.

Die beiden Aufführungen sind am Samstag um 11 Uhr und um 15 Uhr im LAG-Theaterpädagogik-Zentrum in der Heppstraße 99. Um 16 Uhr beginnt die gemeinsame Premierenfeier. (GEA)

Geförderte Projekte
In seiner Frühjahrsrunde hat das Reutlinger Spendenparlament rund 17 000 Euro für acht Initiativen und Einrichtungen freigegeben, die sich der Bekämpfung von gesellschaftlicher Ausgrenzung, Armut und Isolation widmen. In lockerer Folge werden die Projekte vorgestellt, über die im GEA noch nicht berichtet wurde. (GEA)

Quelle: GEA Reutlingen

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