Bildungschancen für alle

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Es ich heute allgemein bekannt, dass die Chancen der Kinder, eine vernünftige Bildung zu bekommen, von der sozialen Position des Elternhauses abhängig ist. Mehr oder weniger trifft es zu in jedem Land und zur allen Zeiten.

Aber für Deutschland am Anfang des 21. Jahrhunderts ist diese Bemerkung leider besonders aktuell:  wenn Familieneinkommen unter dem Durchschnitt liegt und die berufliche Position des Vaters keinen „bildungsnaher“ Umgang für die Kinder möglich macht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Kind in der Hauptschule landet, höher als in meisten europäischen Ländern.

Die Familien, die heute aus dem Ausland nach Deutschland kommen, darf man nicht pauschal „bildungsfremd“ einstufen. Oft haben die Kinder aus diesen Familien ein hohes Allgemeinbildungsniveau, können logisch denken und Analogien bilden, wissen, wie man zusätzliche Literatur für den Unterricht benutzt und können ihre Gedanken systematisch und spannend niederschreiben. Aber durch die fehlende Sprache werden alle diese Kenntnisse und Fähigkeiten plötzlich (wenn auch oft nur für begrenzte Zeit) unsichtbar.

Das erklärt, warum Kinder mit Migrationshintergrund so oft durch die deutschen Bildungsnetze durchfallen.