Ferienprojekt am Beispiel einer Gruppe in den Herbstferien 2017

213

Intensive Ferienbetreuung und Begegnungszeit für eine Gruppe (10 TN) von Kindern und Jugendlichen, primär aus den geflüchteten, aber auch aus den migrantischen Familien.

Zwischen 10 und 16 Uhr haben die Projektteilnehmer, begleitet von dem multikulturellen und fachkundigen Betreuerteam, viel Zeit um sich mit den Regeln aller Art und mit der deutschen Sprache intensiv und kreativ zu beschäftigen. Diese inhaltlichen Schwerpunkte sind Erfahrungswerte aus unseren bisherigen Lern- und Freizeitangeboten für die geflüchteten Kinder. Die sind universell wichtig für alle teilnehmenden Kinder und können auf verschiedenen Zugangsebenen angegangen und verinnerlicht werden. Zum wöchentlichen Programm gehören Regeln des Zusammenlebens (in der Gruppe/Schule, in den Räumen, in der Stadt), Sicherheitsregeln (u. A. Verkehrsregeln, Hilferuf in verschiedenen Situationen), Spielregeln (Tischspiele, Rollenspiele) und dazu gehöriges Vokabular und Grammatik der deutschen Sprache. Alle diese Themen werden durch gemeinsame Aktivitäten (Gruppenarbeit, Ausflüge), viele kreativen Angebote (Tanzen, Basteln, Tonen, Malen) und Vorbereitung einer Abschlussvorstellung für die Familien am letzten Programmtag intensiv angegangen.

Das Betreuerteam kann auf Grund seiner Zusammensetzung ebenfalls sehr wichtigen Beitrag zur den Projektzielen leisten, weil es multikulturell (arabisch-, russisch-, kurdisch-, deutschstämmig) und fachlich kompetent (LehrerInnen für Deutsch als Fremdsprache, Spezialistinnen für DaZ, PädagogInnen mit eigenen Migrationserfahrungen) ist und bereits einige Erfahrungen in der Durchführung ähnlicher Freizeitangebote sammeln konnte. Zum Team gehören auch Jugendliche als pädagogische Assistenten, die mit ihren verschiedenen Sprach- und Kulturkenntnissen wertvolle Brückenbauer zwischen Erwachsenen und Kinder sind.

Das Programm hat einen thematischen Schwerpunkt: „Tiere“. Das ermöglicht konzentrierte Arbeit mit dem Wortschatz und gibt allen anderen Aktivitäten eine Richtung an.

Das gemeinsame Essen (Imbiss um 11:00 Uhr, Mittagsessen und Nachmittagsimbiss) bringt sehr viele wichtige Momente mit sich – geordnete Mahlzeiten mit Ritualen, das Kennenlernen neuer Gerichte, das freundliche Miteinander am Tisch, Regeln rund ums Essen und natürlich viele neue Vokabeln.

Tagesprogramm (Spiele, Bastelangebote, Ausflüge, Gruppenarbeit) richtet sich an das Thema der Woche und an das gemeinsame Ziel – am letzten Programmtag eine kleine Vorstellung für die Eltern und Geschwister zu zeigen. Diese Abschlussveranstaltung bildet einen emotionalen Höhepunkt des Programms und schafft Vertrauen zwischen Eltern, Team und Kindern.

 

Als wichtigste Methode zur Arbeit mit allen diesen Zielgruppen hat sich eine intensive Kommunikation bewährt.

Diese Methode benötigt viel Zeit, wird aber unentbehrlich zur Aufbau der Beziehungen, die den Erfolg jedes Integrationsprojektes ausmachen.

In der Arbeit mit den geflüchteten Kindern wird auch auf die Erzählkultur ihrer Heimatländer angeknüpft, was auch zu besserer Kommunikation und gegenseitigem Verständnis führt.