Integrationskonzept ganz konkret

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Dienstag, 20. März 2012

REUTLINGEN

16.03.2012 – 04:10 Uhr

EMPFEHLUNGSBESCHLUSS – Sprachförderung und Bildung sowie Hilfen für ältere Menschen sollen den Anfang machen

Integrationskonzept ganz konkret

VON CHRISTOPH B. STRÖHLE
REUTLINGEN. Verwaltungsbürgermeister Robert Hahn, die Leiterin des Referats für Migrationsfragen, Sultan Braun, der »AK Integrationsleitlinien« und die Reutlinger Integrationsräte haben ihre Hausaufgaben gemacht: Der erste Entwurf zur Umsetzung des städtischen Integrationskonzepts steht und hat am Mittwoch bei der Vorberatung im Integrationsrat rundum Zustimmung erhalten. 

Nach dem einstimmig gefassten Empfehlungsbeschluss des Gremiums sollen erste Maßnahmen aus den Handlungsfeldern »Sprachförderung und Bildung« bereits in diesem Jahr beginnen. Planmäßig stünden dafür 6 825 Euro zur Verfügung, berichtete Sultan Braun. 

Stimmt der Gemeinderat am 29. März zu, sollen im Jahr 2013 insgesamt 124 200 Euro aus dem städtischen Haushalt für diesen Zweck aufgewendet werden. 21 000 Euro (im Jahr 2013) beziehungsweise 63 300 Euro (2014) sollen zudem an integrationsfördernde Projekte im Bereich »Ältere Menschen« fließen. Perspektivisch sei daran gedacht, das Handlungsfeld »Interkulturelle Orientierung und Öffnung der Verwaltung« in diesem und im nächsten Jahr weiterzuentwickeln, sagte Braun weiter. 

Der Integrationsrat hatte dies in einer Klausursitzung als künftigen Arbeitsschwerpunkt vorgeschlagen. Da trifft es sich gut, dass das Referat für Migrationsfragen im Rahmen des Jubiläums »60 Jahre Baden-Württemberg« einen Landeszuschuss für ein solches Projekt erhält.

Freude über Entwicklung

Er habe anfangs gezweifelt, ob die Verwaltung es mit dem Integrationskonzept in Reutlingen wirklich ernst meine, bekannte Stadtrat Rainer Buck, Vertreter der Grünen-Fraktion im Integrationsrat. Nun freue er sich, »dass es hier eine sehr positive Weiterentwicklung gegeben hat; dass Inhalte ausgearbeitet wurden und auch ein Bezug zum Haushaltsplan hergestellt worden ist«. Bürgermeister Hahn sprach von einem »stimmigen Gesamtpaket«. Er hoffe, dass es in den bevorstehenden Haushaltsplanberatungen gelinge, »eine große Zahl von Maßnahmen in die Realität umzusetzen«. 

Den Anfang soll in den Pfingstferien ein vom Verein »Dialog« und der LAG-Theater-Pädagogik veranstaltetes Theaterferiencamp machen (der GEA berichtete). Dabei sollen 60 Kinder mit und ohne Migrationshintergrund im Alter von acht bis zwölf Jahren »spielend sprechen lernen« und unter Anleitung von Sprach- und Theaterpädagogen ein Theaterstück auf die Bühne bringen. Neben der Stadt übernimmt auch die Reutlinger Wohnungsgesellschaft GWG einen Teil der Kosten. 

Mit sogenannten lernenden Netzwerken sollen darüber hinaus Jugendliche beim Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf unterstützt werden – speziell solche Jugendliche, die keinen Schulabschluss erreichen, keinen Ausbildungsplatz finden oder die Ausbildung abbrechen. Dazu sollen Akteure in diesem Bereich gezielt weitergebildet und bestehende Angebote besser vernetzt werden. 

Für 2013 ist der Start der Reutlinger Eltern-Bildungs-Initiative (REBI) vorgesehen. Dabei sollen Eltern aus Migrantenfamilien beim frühen Spracherwerb ihrer Kinder unterstützt und begleitet werden. Außerdem sollen erfahrene Zuwanderer qualifiziert und als Brückenbauer in das Angebot der Elternbildung und Sprachbegleitung eingebunden werden. Sprachcafés für Erwachsene sollen zur Förderung von Sprachpraxis und interkulturellen Begegnungen etabliert werden. 

In der städtischen Abteilung für Ältere soll eine interkulturell geschulte Projektkraft spezielle Beratungssprechstunden für ältere und pflegende Migranten anbieten und quartiersbezogene Begegnungs- und Vernetzungsangebote für diese Zielgruppe initiieren. Alle Projekte sollen nach zwei Jahren auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden. (GEA) 

Quelle: GEA 16.03.2012

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