Projekt dialogissimo

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Zwei Partner auf Augenhöhe

Der Jugendmigrationdienst der BruderhausDiakonie Reutlingen ist zuständig für jugendliche Migrant/innen im Landkreis Reutlingen. Um möglichst alle Jugendlichen mit Bedarf einer Integrationsbegleitung zu erreichen, verstärken wir unsere zugehenden Ansätze. Die Kooperation mit den Migrantenvereinen sehen wir als einen der wichtigen Schlüssel, um Zugänge zu den Jugendlichen und zu den Familien zu bekommen, die aufgrund bestehender Barrieren kein Vertrauen in die Institutionen der Mehrheitsgesellschaft haben.
Um die Kooperation vertiefen zu können, brauchen wir starke Partner im Umfeld der Migrantencommunities. Der JMD hat langjährige Erfahrung im Projektmanagement und will diese Erfahrung auch an die neuen Partner weitergeben. Nur kompetente Partner sind langfristig gute Partner.

Der Verein dialog e.V. hat seit 2003 auf ehrenamtlicher Basis eine breit angelegte außerschulische Bildungsarbeit aufgebaut. Jedes Wochenende finden jetzt schon ca. 60 Kurse (Deutsch, Russisch, Englisch, Französisch, Tanz, Mathematik, Basteln und vieles mehr) für über 200 Kinder, Jugendliche und Eltern statt. Der Verein reagiert damit auf einen sichtbaren Bedarf: Viele Migrant/innen in Reutlingen und Umgebung, viele Migrantenorganisationen, viele Migranteneltern sind bildungsinteressiert, ihnen fehlen aber oft die Qualifikationen und der Zugang zu Bildungsinhalten und die Räume, um ihre Pläne zu verwirklichen.

Das satzungsgemäßes Ziel des Vereins ist es, den „Bildungserfolg der Kinder und Jugendlichen aus Migrantenfamilien zu sichern“ und „Ressourcen der Menschen mit Migrationshintergrund aktiv zu nutzen“. Im Frühjahr 2008 wurde sein Projekt „Samstagschule – Integration durch Bildung“ unter 370 Projekten bundesweit zum Preisträger des Wettbewerbs „Gemeinschaft bildet“ von Aktion Mensch ausgewählt. Am 06.07.2009 wurde der Verein als Träger der außerschulischen Jugendbildung gemäß §§ 4 und 17 Jugendbildungsgesetz sowie als Träger der freien Jugendhilfe nach § 75 SGB VIII anerkannt.

Bestehende Kooperationserfahrungen
Seit 2005 nutzt dialog e.V. die von Jugendmigrationsdienst gemieteten Räume in der Ringelbachstraße. Daraus hat sich eine intensive Kooperation entwickelt. Es besteht ein reger fachlicher Austausch mit den Pädagog/innen des Jugendmigrationsdienstes. Durch die Kooperation mit dem JMD nimmt die Zahl der Kinder mit nicht-russischen Migrationshintergründen zum Teil auch aus bildungsferneren Familien kontinuierlich zu.

Diese Kooperation hat immer vier wesentliche Zielgruppen vor Augen:
? Kinder und Jugendliche aus den Familien mit Migrationshintergrund, die Rückenstärkung in den verschiedenen schulischen Angelegenheiten brauchen, um die mit Migrationshintergrund verbundene soziale Benachteiligung auszugleichen.
? Bildungsinteressierte Migrantenorganisationen und Migranteneltern, die qualifizierte Unterstützung für ihre Kinder und Jugendliche suchen oder selbst bereit wären, sich für den Bildungserfolg ihrer Kinder einzusetzen, dafür aber Räume und organisatorische Starthilfe benötigen.
? Qualifizierte Pädagog/innen aus den Migranten-Communities, die diesen Traumberuf in ihren Herkunftsländern bekommen haben. Für sie ist das Unterrichten im solchen Bildungszentrum  (in der Muttersprache oder auf Deutsch) eine Möglichkeit, eigene Fähigkeiten weiter zu entwickeln und einen Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen.

? Deutsche Lehrkräfte und Sozialpädagog/innen, die  für andere Kulturen und Denkweisen aufgeschlossen sind und bereit wären unsere Bildungsangebote zu unterstützen.

Seit Januar 2009 führt dialog e.V. im Rahmen eines zeitlich befristeten Elternarbeitsprojekts des Jugendmigrationsdienstes zusammen mit anderen Migrantenvereinen Elterbildungskurse durch. Aus diesem Projekt ist die gemeinsame Idee entstanden, die erfolgreiche  Arbeit nachhaltig zu sichern und die im Verein dialog e.V. entwickelte Arbeit mit einem großen, mutigen Schritt weiterzuentwickeln: eine Begegnungs- und Bildungsstelle für alle zu etablieren und sich für alle Migrantengruppen zu öffnen.

Durch die bisherige Kooperationsarbeit konnten bestehende Grenzen bereits erweitert werden:
? fachlich: über Workshops werden gemeinsam neue interkulturelle und methodische Konzepte für erweiterte Zielgruppe entwickelt.
? organisatorisch:  über das Kooperationsprojekt beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) konnten wesentliche Schritte zur Professionalisierung des Vereins erzielt werden. Eine 30%-Geschäfitsführungsstelle wurde eingerichtet, Buchhaltungskräfte geschult und finanziert.
? räumlich: über Mietzuschüsse konnten die bestehenden Angebote über eine zeitliche Ausdehnung auf Nachmittagsangebote erweitert werden
? finanziell: Die durch die zusätzlichen kleineren Gruppen mit bildungsschwächeren Kindern entstehenden Honorarkosten können über das Projekt subventioniert werden.
Der nächste Schritt der Entwicklung ist aus eigenen (ehrenamtlichen) Kräften nicht zu verwirklichen. Um Erfolg bisheriger Bildungsarbeit langfristig zu sichern und die Kinder und Jugendlichen  über längeren Zeitraum zu begleiten, muss man den nächsten Schritt wagen.

 

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